Die Zweitbetreuung bei der Dissertation: Wie Sie die richtige Person finden
Sie haben Ihr Exposé geschrieben, eine engagierte Erstbetreuung gefunden und starten mit Ihrer Promotion. Vielleicht fragen Sie sich: Brauche ich überhaupt eine Zweitbetreuung für meine Dissertation?
Welche Rolle spielt die Zweitbetreuung?
Offiziell besteht die Aufgabe der Zweitbetreuung darin, das Zweitgutachten zu schreiben und Mitglied der Prüfungskommission zu sein. In der Praxis gibt es viele unterschiedliche Spielarten: Am distanzierten Ende der Skala wird lediglich per E-Mail die Bereitschaft zur Übernahme des Zweitgutachtens abgeklärt und die erste persönliche Begegnung findet dann erst bei der Verteidigung der Doktorarbeit statt. Am anderen Ende steht eine enge Betreuungsbeziehung mit regelmäßigem Austausch und Feedback. Zwischen diesen Polen gibt es ein weites Feld an Möglichkeiten.
Eine engagierte Zweitbetreuung kann wertvolles inhaltliches Feedback geben, eine weitere Perspektive einbringen und im Konfliktfall mit der Erstbetreuung als wichtige Unterstützung fungieren. So kann sie eine wichtige Ressource auf dem Weg zur abgeschlossenen Promotion sein.
Wie finde ich eine Person für die Zweitbetreuung?
In manchen Fällen schlägt die Erstbetreuung eine passende Person vor. Manche Betreuungspersonen arbeiten regelmäßig mit anderen Betreuer:innen zusammen und übernehmen gegenseitig die Rolle der Zweitbetreuung.
Vielleicht haben Sie selbst schon eine Idee: Gibt es aus Ihrer Studienzeit Kontakte zu Personen, die inhaltlich gut passen würden? Sind Ihnen bei der Lektüre der Fachliteratur Autor:innen aufgefallen, die thematisch und räumlich passen?
Vorgehensweise: So fragen Sie die Zweitbetreuung an
Die Person, die die Zweitbetreuung übernimmt, muss in der Regel nicht von Ihrer Promotionshochschule kommen, aber promotionsberechtigt sein. Die genauen Vorgaben entnehmen Sie Ihrer Promotionsordnung.
Klären Sie vor der Anfrage kurz mit Ihrer Erstbetreuung ab, wen Sie ansprechen möchten. So stellen Sie sicher, dass sich Ihre Erstbetreuung nicht übergangen fühlt und Sie nicht versehentlich eine Person anfragen, mit der es Konflikte gibt. Manchmal kennt die Erstbetreuung die gewünschte Person bereits und kann den Kontakt herstellen.
Falls keine bestehenden Kontakte zur Verfügung stehen: Fachkonferenzen sind ein guter Ort, um potenzielle Zweitbetreuende persönlich kennenzulernen und anzusprechen. Ansonsten melden Sie sich einfach per E-Mail bei der gewünschten Zweitbetreuung. Bei Interesse folgt häufig ein Kennenlerngespräch per Videocall oder in Präsenz.
Kommunikation ist der Schlüssel
Um Missverständnisse zu vermeiden und späteren Konflikten vorzubeugen, empfiehlt es sich, von Anfang an offen mit Erst- und Zweitbetreuung zu kommunizieren. Fragen Sie, worauf die Betreuungspersonen Wert legen und was sie von Ihnen erwarten. Äußern auch Sie Ihre Wünsche, zum Beispiel regelmäßiges Feedback. Nur über transparent kommunizierte Erwartungen lässt sich sprechen.
Coaching für Promovierende: Strategie für die Zweitbetreuung
Sie möchten die Zusammenarbeit mit Ihrer Zweitbetreuung von Anfang an gut gestalten? Als Promotionscoach entwickle ich gemeinsam mit Ihnen die passende Strategie – von der Suche nach einer geeigneten Zweitbetreuung bis zur Kommunikation im Betreuungsverhältnis. In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam, wo Sie gerade stehen und ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.
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Bild: Pixabay/Peggy und Marco Lachmann-Anke

