Die passende Promotionsbetreuung finden: Tipps für die Suche nach Doktorvater oder Doktormutter
Viele Promotionsinteressierte wissen genau, was sie interessiert und zu welchem Thema sie promovieren wollen. Eine große Hürde auf dem Weg zur Doktorarbeit ist aber vielmals die Frage, wer sie eigentlich betreuen soll.
Nicht immer haben Promovierende die Wahl und können Ihre Betreuungsperson, manchmal auch Doktorvater oder Doktormutter genannt, frei wählen. Bei Promotionsstellen in Forschungsprojekten oder in Graduiertenkollegs sind die Betreuungspersonen in der Regel bereits festgelegt.
Manche Promotionsinteressierte sind auch in der glücklichen Lage, dass Sie gegen Ende Ihres Masterstudiums von Professor:innen angesprochen werden, ob Sie sich eine Promotion vorstellen können. Wenn das gut passt, erübrigt sich in diesen Fällen die Suche nach einer Betreuungsperson.
Besonders extern Promovierende stehen jedoch häufig vor der Herausforderung, aktiv eine Promotionsbetreuung finden zu müssen. Externe Promotionen sind für Professor:innen oft weniger attraktiv als interne, da der Betreuungsaufwand nicht durch die Mitarbeit in Forschung und Lehre ausgeglichen wird.
Machen Sie sich also darauf gefasst, dass die Suche nach einer Betreuungsperson unter Umständen etwas länger dauert und Sie ggf. mehrere Personen ansprechen und auf Antworten etwas warten müssen.
Promotionsbetreuung finden: Wen können Sie überhaupt ansprechen?
Betreuungspersonen aus dem Studium
Wen kenne ich aus dem Studium? Haben Sie vielleicht schon eine Arbeit bei der Person geschrieben? Die erste Anlaufstelle sind die Betreuungspersonen von Bachelor- und Masterarbeit, wenn Sie mit ihnen gute Erfahrungen gemacht haben. Auch falls diese Personen Sie nicht betreuen können oder wollen, können Sie sie trotzdem nach Empfehlungen fragen. Vielleicht haben sie eine Idee, wer gut zu Ihrem gewünschten Thema passen könnte oder können sogar direkt einen Kontakt herstellen.
Forschende mit inhaltlicher Nähe zum Thema
Wer publiziert zu meinem gewünschten Thema? Wer passt inhaltlich gut? Melden Sie sich direkt bei diesen Personen. Viele Professor:innen reagieren trotz ihrer hohen Arbeitsbelastung positiv, wenn zu erkennen ist, dass sich jemand ernsthaft mit ihrem Forschungsgebiet auseinandergesetzt hat.
Lehrstühle und Professuren recherchieren
Recherchieren Sie im Internet nach Lehrstuhlinhaber:innen Ihres Faches und prüfen Sie, wessen inhaltliche Schwerpunkte zu Ihnen passen könnte. Nehmen Sie per Mail Kontakt auf und bitten um ein persönliches Gespräch in Präsenz, per Videokonferenz oder Telefon. Wenn es ein Sekretariat gibt, können Sie dort vorab erfragen, wie die Kontaktaufnahme am besten erfolgten soll.
Kontaktaufnahme über LinkedIn
Manche Forschende sind auf LinkedIn aktiv. Dort könnten Sie freundlich Kontakt aufnehmen und vorfühlen, ob die Personen grundsätzlich Kapazitäten für eine Betreuung haben.
Was Sie vor der Kontaktaufnahme mit einer Promotionsbetreuung klären sollten
Formale Voraussetzungen
Klären Sie die Rahmenbedingungen ab: Darf die gewünschte Person überhaupt Promotionen betreuen? Reicht es, dass sie selbst promoviert oder ist eine Habilitation notwendig? Solche Punkte sollten frühzeitig abgeklärt werden. Die Promotionsordnung der jeweiligen Hochschule gibt darüber Aufschluss.
Inhaltliche Vorbereitung
Für die erste Kontaktaufnahme sollten Sie schon konkretere Vorstellungen haben als „ich will in Fach X promovieren“. Sie sollten sich schon Gedanken zu einem möglichen Thema gemacht haben, eingelesen sein und eine Forschungslücke identifiziert haben und Ideen zur Methodik bzw. Vorgehensweise haben. Dadurch zeigen Sie der potentiellen Betreuungsperson, dass Sie es ernst meinen. Manche Professor:innen wünschen bereits zu diesem Zeitpunkt ein kurzes Exposé, andere nicht. Das ist individuell unterschiedlich.
Warnsignale bei der Promotionsbetreuung erkennen
- Anhaltend schlechtes Bauchgefühl
Wenn Sie sich bei Begegnungen wiederholt unwohl fühlen oder innere Vorbehalte haben, die über normale Nervosität hinausgehen, sollten Sie diese Intuition ernst nehmen. - Sehr schlechte Erreichbarkeit: Natürlich kann nicht erwartet werden, dass Professor:innen innerhalb weniger Stunden antworten. Sie haben als Promovierende oder Interessent:in nicht die oberste Priorität. Ist die Betreuungsperson aber fast nie zu erreichen, beantwortet Mails erst nach vielen Wochen und mehrmaligem Nachhaken, wird sich dieses Verhalten höchstwahrscheinlich über den Verlauf ihrer Promotion hinziehen. Überlegen Sie sich gut, ob Sie damit klarkommen und dem Frust gewachsen sind.
- Herablassender oder respektloser Umgang
Die potentielle Betreuungsperson macht sich über Sie oder Ihre Arbeit lustig, äußert sich herablassend oder sogar beleidigend. - Missbrauch des Machtgefälles
Es zeichnet sich ab, dass die potentielle Betreuungsperson das entstehende Machtgefälle ausnutzen würde: Sollen etwa die Ergebnisse in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, werden unberechtigte Co-Autorenschaften verlangt oder private Gefälligkeiten (z.B. Babysitterdienste) erbeten?
Solche Fälle sind die Ausnahme, aber es gibt sie. Suchen Sie lieber weiter nach einer geeigneten Betreuung, als in einer destruktiven Promotionsbetreuung zu landen, was sich massiv auf die geplante Arbeit und auf Ihre eigene mentale Gesundheit auswirken kann.
Unterstützung bei der Suche nach der richtigen Promotionsbetreuung
Sie stehen an dem Punkt, dass Sie einen geeigneten Doktorvater oder eine passende Doktormutter für Ihre geplante Promotion suchen? Dies ist keine bloße Formalität, sondern eine strategische Entscheidung mit langfristigen Folgen.
Gerne unterstütze ich Sie dabei,
- eine sinnvolle Vorgehensweise zu entwickeln
- fachliche und zwischenmenschliche Kriterien zu reflektieren
- Warnsignale frühzeitig zu erkennen.
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